Geschichtliche Entwicklung
NKF, so hießen die ersten erst zu nehmenden Überlegungen die viel später im Panavia Tornado münden sollten. Dieser hatte die Fiat G.91 und Lockheed F-104G Super Starfighter abzulösen und die neuen weitreichenden Aufgaben der Bundesrepublik in der NATO zu erfüllen. Ende 1967 kamen erste Überlegungen für dieses Vorhaben auf. Dabei sollten anfänglich nur deutsche Unternehmen berücksichtigt werden. Die angebotenen Versionen des SEPECAT Jaguar, der Dassault Mirage F.1 und des NA.530 Projekts von Northrop wurden unter anderem deshalb abgelehnt. Im ersten Entwurf kam VFW mit ihrem VAK-191B Projekt und das AVS zum Zuge. Schon Mitte Mai-1968 wurde aber offiziell doch das einstige nationale Unternehmen in ein internationales umgewandelt als sich Vertreter europäischer Luftstreitkräfte aus Großbritannien, Italien, Niederlande, Norwegen, Deutschland und sogar Kanada in Rom trafen. Nun trug es den Namen MRCA-75 und sogar das Triebwerk Rolls-Royce RB 199 (weiter entwickeltes RB 193) wurde schon, wenn auch noch nicht fest, gewählt.
1969 gründeten British Aerospace, MBB und Aeritalia die Firma Panavia mit dem Ziel, das Mehrzweck- Kampfflugzeug MRCA für die Luftstreitkräfte Großbritanniens, Italiens und der Bundesrepublik Deutschland zu entwickeln. Anfänglich wurden noch mehr unterschiedliche Ausführungen erwogen. So sollte für die deutsche Luftwaffe ein CAS und für Italien ein AS Muster unter der Bezeichnung Panavia 100 als Einsitzer mit anfänglich sieben Prototypen entwickelt werden. Großbritannien setzte dagegen von Anfang an mit dem zweisitzigen Panavia 200 auf ihren ID/S ( IDS) und suggerierte sechs Prototypen. Am 24-März-1970 bekannte sich dann aber Helmut Schmidt als Vertreter des BMVtg in London zur Zweisitzerlösung. Der erste Prototyp der eben dann damalig noch Panavia 200 hieß flog am 14-August-1976. Schon am 29-August-1976 unterzeichneten die drei beteiligten Regierungen ein Abkommen, DASS die Produktion von 809 Flugzeugen vorsah. Bis Mitte 1988 wurden 937 Tornados bestellt und mehr als 700 ausgeliefert.
Technische Entwicklung
Bei Nacht und schlechten Wetter mit Überschallgeschwindigkeit in nur 15m Höhe fliegen, um trotz dicht gestaffelter Abwehr dem Gegner einen empfindlichen Schlag zu versetzen - das kann eigentlich nur der Tornado IDS. Die Panavia Tornado ist ein zweimotoriges Allwetterkampfflugzeug. Es wurde speziell für Tieffluginfiltrationseinsätze bei Überschallgeschwindigkeiten entworfen. Sie verfü GT über verstellbare Schwenkflügel und ein TFR. Die Tornado stellt eine vielseitige Plattform dar, die mehrere Einsatzkonfigurationen ermöglicht. Voll beladen erreicht die Tornado eine Höchstgeschwindigkeit von 600 Knoten. Die Tornado F.3 ADV ist mit einem äußerst leistungsstarken Impuls- Doppler-"Foxhunter"-Radar ausgerüstet und kann bis zu vier Radar gelenkte Sky-Flash-Raketen und wärme suchende AIM-9 Sidewinder mitführen.


